Linkkauf und Linkverkauf

Einige Webmaster verlinken andere Seiten gegen Bezahlung, man spricht dann von paidlinks (bezahlten Links). Die Webmaster verkaufen also Links (Linkverkauf) und die Käufer wollen mit dem Linkkauf von der Seite des Webmasters profitieren.

Hauptmotive des Linkkaufs

Es gibt für die Käufer von Links zwei Hauptmotive.

1. Linkkauf zur Suchmaschinenoptimierung (SEO)
Die Käufer hoffen, dass ihre Seite durch den neuen Link bei den Suchmaschinen besser abschneidet. Die Suchmaschinen bestrafen das, wenn sie es bemerken.
2. Linkkauf zur Werbung
Die Seite des Webmasters hat viele Besucher. Die Käufer hoffen, dass die Besucher auch zu ihrer Webseite finden. Diese Art der Werbung ist nicht zu beanstanden.

Webmaster-Tipps


1. Linkkauf zur Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Für gute Platzierungen bei den Suchmaschinen sind Links auf die eigene Seite sehr wichtig. Anstatt darauf zu warten, von anderen Seiten verlinkt zu werden, setzen manche Webmaster auf den Linkkauf. Ist das dann nicht eine gute Idee, weil es schneller geht?

Was spricht gegen den SEO-Linkkauf?

Spätestens seit Ende des Jahres 2007 ist der Linkverkauf und Linkkauf zur Suchmaschinenoptimierung mit größter Vorsicht zu genießen. Die Suchmaschinen bewerten den Linkkauf zu Recht als Manipulation ihrer Suchergebnisse und tolerieren das nicht mehr. Wenn sie einen Linkkauf entdecken, bestrafen sie die Seiten der Käufer und Verkäufer durch eine geringere Seitenbewertung (Google: Verlust von PageRank) und auch durch schlechtere Positionen in den Suchmaschinenergebnissen (Google: penalty von z.B. 200 oder 1000 Plätzen nach hinten). Bei Google haben dadurch in den letzten Monaten viele große und kleine Webangebote enorm an Pagerank und Traffic verloren.

Google spricht sich in der Google-Hilfe sogar direkt und unmissverständlich gegen den Linkkauf zur Suchmaschinenoptimierung aus (Link schemes). Gegen die Richtlinien von Google verstoßen alle Manipulationen der eingehenden und ausgehenden Links:

  1. Links mit der Zielrichtung, den PageRank zu manipulieren
  2. Links zu Webspammern oder hin zu "schlechter Nachbarschaft" (bad neighborhood)
  3. Exzessive reziproke Links und exzessiver Linktausch ("Verlinkst Du mich, verlinke ich Dich")
  4. Der Kauf oder Verkauf von Links, die PageRank vererben

Wie stark kann der PageRank wegen Linkverkaufs sinken?

Es gibt hier keine Grenzen. Ein bekanntes Beispiel ist die Universitätsseite The Stanford Daily. Sie hat innerhalb eines Jahres 5 PageRank-Punkte verloren. Sie fiel von PageRank 9 im Mai 2007 (10 ist der höchstmögliche Wert) auf den PageRank 4 im Februar 2008 (unteres Mittelfeld). Das ist für die SEO-Branche wie Gold, das sich nach einem Jahr als Kupfer entpuppt.

2. Linkkauf zur Werbung: was ist der Unterschied zum SEO?

Bei Links zu Werbezwecken kommt es den Käufern vor allem darauf an, direkt vom Besucherstrom einer Seite zu profitieren. Je mehr Internetnutzer einen Werbelink sehen, desto mehr werden auch auf den Link klicken. Der Unterschied zum SEO liegt hier im Link selbst. Ein Werbelink hat das Attribut rel="nofollow" gesetzt. Damit wird den Suchmaschinen signalisiert, dass es ein Werbelink ist, der keinen PageRank vererben soll.

Spricht etwas gegen Linkkauf als Werbung?

Gegen Werbelinks spricht aus der Sicht der Suchmaschinen rein gar nichts. Sie sind ein absolut legitimes Mittel, um die Zahl der Besucher zu erhöhen. Es ist vergleichbar mit Werbung in anderen Medien. Wenn ein Link als nofollow gekennzeichnet ist haben die Suchmaschinen keinerlei Einwände.


Webmaster-Tipps (weißer Hut)

Für ein seriöses Angebot, das langfristig angelegt und auch langfristig gut bei den Suchmaschinen abschneiden soll, gelten sehr einfache Regeln. Webmaster, die sich an diese Regeln halten, dürfen sich einen weißen Hut aufsetzen:

  1. Keine Links zur Suchmaschinenoptimierung kaufen.
  2. Keine Links zur Suchmaschinenoptimierung verkaufen.

Webmaster-Tipps (grauer Hut)

Nicht alle Webmaster können oder wollen sich an die Spielregeln der Suchmaschinen halten. Aber selbst wer riskieren will, von den Suchmaschinen abgestraft zu werden, sollte offensichtliche Linkkäufe bzw. Linkverkäufe unbedingt vermeiden. Und generell gilt: je höher die qualitative Verlinkung einer Webseite ist, desto weniger werden die Suchmaschinen dagegen auszusetzen haben. Ein Beispiel hierfür ist das Yahoo-Verzeichnis. Der Eintrag kostet zwar Geld, aber Google vertraut offenbar der Qualitätskontrolle von Yahoo und bestraft den Katalog nicht. In diesem Sinne hier auch für die Webmaster mit nicht ganz so weißen Hüten ein paar Tipps:

  1. Keine themenfremden Links kaufen oder verkaufen
  2. Keine Links an wesentlich schwächere Seiten verkaufen
  3. Keine Links von wesentlich stärkeren Seiten kaufen
  4. Keine Links auf Seiten kaufen, die nach verkauften Links "riechen"
  5. Keine Links in alten und ewig nicht mehr veränderten Seiten kaufen
  6. Keine Links von öffentlich bekannten Linkverkäufern kaufen
  7. Mache nichts so offensichtlich, dass es deine Konkurrenz bemerkt
  8. Gesunde Vorsicht bei bezahlten Blogposts

Professionelle Linkhändler

Nach all dem gesagten sollte es möglich sein, sich ein eigenes Bild über den Linkverkauf und Linkkauf zu machen. Wie auch immer, es gibt eine Reihe von Diensten, die eine mehr oder weniger anonyme Vermittlung zwischen Linkkäufer und Linkverkäufer anbieten. Hier ein paar davon:

AnbieterAdresseWerbespruch des Anbieters
backlinksellerbacklinkseller.de"Textlinks kaufen oder anbieten - Backlink Optimierung"
LinkLiftwww.linklift.de"Link Marketing leicht gemacht"
mylinkstatewww.mylinkstate.com"Contextabhängiges Advertising, Textlinkhandel, nicht reziproker Linktausch"
teliadwww.teliad.de"Der Marktplatz für Textlinks"
Text Link Adswww.text-link-ads.com"Improve your traffic and search engine rankings"

Webmaster-Tipps gegen Webseiten von Schwarzhüten

Die Suchmaschinen setzen mittlerweile auf anonyme Hinweise auf Verstöße gegen ihre Richtlinien. Aber wer wird gekaufte Links melden? Die typischen Internetnutzer haben in der Regel weder das Wissen, gekaufte Links zu erkennen, noch die Motivation, sie zu melden. Bei der Gruppe der Webmaster sieht das anders aus. Viele Webmaster beargwöhnen die Seiten ihrer Mitbewerber und betrachten eine Meldung von bezahlten Seiten als Kampf gegen unlautere Konkurrenz. Manche Webmaster argumentieren sogar ganz öffentlich, dass sie jeden Linkkauf melden, den sie bemerken.

Melden von bezahlten Links bei Google